Schrille Tapeten aus den 80er Jahren, hippe Schallplattenspieler oder ein Original-Poster der Beatles – Retro und Vintage sind voll im Trend. Gerade die junge Zielgruppe, die erst Ende der 80er oder Anfang der 90er geboren wurde, steht auf „alte Dinge“. Der aus der Modewelt bekannte Spruch: „Alles kommt irgendwann wieder“ scheint auch beim Thema Ladeneinrichtung zu gelten. Denn immer mehr stationäre Geschäfte nutzen Vintage und Retro bei der Objekteinrichtung, um für neue Akzente im Laden zu sorgen. Doch lohnt sich ein Investment in neue alte Möbelstücke oder ist der Trend bald schon wieder vorbei?

Gibt es Unterschiede zwischen Vintage und Retro im Ladenbau?

Gerade im Marketing werden die Begriffe Vintage und Retro synonym verwendet. 

Allerdings gibt es durchaus Unterschiede, die auch in Sachen Ladeneinrichtung nicht unerheblich sind:

  • Vintage Ladenbau: Mit Vintage sind Möbel, Kleidung und Co. gemeint, die mindestens 10 bis 20 und höchstens 90 Jahre alt sind. Dabei stammen alle Gebrauchsgegenstände tatsächlich aus der Zeit, sie sind dem nicht einfach nachempfunden. Abzugrenzen hiervon sind Antiquitäten, von denen ab einem Mindestalter von rund 100 Jahren zu sprechen ist.

  • Retro Ladenbau: Wie schon die Vorsilbe „Re“ erkennen lässt, bezeichnet Retro solche Gegenstände, die auf dem Vorbild früherer Zeiten produziert worden sind. Retro-Möbel können damit auch erst ein Jahr alt oder komplett neu sein und kopieren den Stil früherer Epochen nicht 1:1, meistens setzen die Designer noch eigene Akzente.

Apropos!

Statt etwa die klassische Hornbrille aus den 1970ern heute nochmal genauso herzustellen, statten bekannte Marken wie etwa Ray-Ban die Brillen mit moderneren Bügeln aus und verändern das Design. Grundsätzlich lassen sich Vintage und Retro aber gut miteinander kombinieren, Vintage-Möbel für Ihren Laden gibt es jedoch nie in neu.

Wen spricht der Vintage- und Retro- Ladenbau an?

Bereits in der Einleitung dieses Textes wurde erwähnt, dass Vintage und Retro nicht nur für die Zielgruppe 30+ interessant sind. Es sind gerade die jungen Leute, die klassische Retro-Epochen wie etwa die 70er oder 80er Jahre eben nicht live mitbekommen haben, die sich vom Trend angesprochen fühlen. Aber auch die 1950er und 1960er Jahrgänge lassen sich mit einer Vintage-Einrichtung ansprechen, sie werden hier an die guten, alten Zeiten erinnert. Der Ladenbau hilft dabei. Nur bei Senioren könnten Sie mit dem Einrichtungsstil eher auf Verwunderung, statt auf Begeisterung stoßen.

Machen Sie sich aber klar, dass Vintage und Retro längst nicht zu jedem Shop passen. Verkaufen Sie beispielsweise hochwertige, neue Elektronikartikel, werden Sie für Skepsis und Irritation sorgen, wenn die Ladeneinrichtung auf alt gemacht ist. 

Denn der Stil und die Assoziationen der Ladenausstattung werden in gewisser Weise auch auf die Produkte übertragen. Somit können Sie etwa in der hippen Modeboutique können für ein echtes Alleinstellungsmerkmal sorgen und eine wohlige Raumatmosphäre schaffen.

Zudem gilt auch beim Thema Retro, dass Sie stilistisch in komplett unterschiedliche Richtungen gehen können. So gelten beispielsweise die 1920er Jahre als stilvolle, klassische Ära, die etwas burlesque geprägt ist. Dazu stehen die 1970er Jahre mit schrillen Farben, ausgefallener Kleidung und dem lockeren Lifestyle im starken Kontrast.

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Wie lassen sich Vintage und Retro in die eigene Ladeneinrichtung integrieren?

Vintage und Retro sind sicherlich kein kurzfristiger Trend, auch wenn die Beliebtheit derzeit stark aufflammt. Es gibt immer wieder Strömungen, die Altes neu aufflackern lassen, was insbesondere bei Mode, Möbeln und Ladeneinrichtung gilt.

Insofern können Sie – unter Berücksichtigung der Zielgruppe und der verkauften Produkte – durchaus auf Ladenausstattung wie Kleiderbügel Vintage Look setzen, ohne morgen gleich wieder out zu sein. Grundsätzlich haben Sie hierbei drei Möglichkeiten, die sich im Hinblick auf die Menge an Vintage- und Retro-Einrichtung voneinander unterscheiden.

  • 1. Einzelne Aufwertungen
    Einen modern eingerichteten Laden mit professionellen Ladenbau können Sie durch Vintage- oder Retromöbel aufwerten. Beispielsweise steht dann eine alte Kommode mitten im Raume, die für ein optisches Highlight sorgt. Sie fällt direkt in den Blick des Kunden und kann daher gleichzeitig dazu genutzt werden, besonders hochwertige Produkte zu präsentieren.

  • 2. Kleinere Ecken
    Je nach Größe und Art Ihres Ladens können Sie auch eine kleine, abgetrennte Ecke im Vintage-Stil halten. Hier sollten dann entsprechend Produkte verkauft werden, die sich vom übrigen Sortiment abgrenzen und auch zum „auf alt gemachten“ Stil passen.

  • 3. Ganzer Laden
    Insbesondere Concept Stores setzen darauf, den kompletten Laden im Vintage-Stil zu halten. Das ist nicht nur im Modebereich möglich, auch beispielsweise beim Friseur überzeugen derlei Stilrichtungen.

Wichtig!

Wichtig ist insbesondere bei der dritten Möglichkeit, dass auch Sie als Ladenbesitzer hinter dem Konzept stehen. Zum tätowierten, vollbärtigen und hippen Friseur wird Retro sicherlich passen, eine modebewusst angezogene Dame im mittleren Alter passt vom Erscheinungsbild hingegen nicht in einen derartigen Laden.

5 Einrichtungstipps für Vintage- und Retro-Ladeneinrichtung

Abschließend möchten wir 5 kurze Einrichtungstipps zu den Themen Vintage und Retro vorstellen.

Retro und Vintage im Ladenbau - ShopDirect

Tipp 1: Tapten

Besonders auffällige Akzente lassen sich im eigenen Laden setzen, wenn Tapeten aus den 70ern und 80ern einzelne Wände zieren und sich somit vom sonst schlichten Stil abheben.

In der Regel verfügen die Tapeten über wirr angeordnete Muster und wirken beinahe Abstrakt, auch die Farben sind entweder in Braun- und Beigetönen oder sehr knallig gehalten.

Achtung!

Doch Vorsicht: Zu viele dieser Vintage-Tapeten wirken irritierend und stören den Betrachter.

Tipp 2: Alte Sessel und Sofas

Nützlich und stilvoll zugleich sind Sitzecken im Retro-Look. Bequeme Sofas, in die der Kunde regelrecht einsackt, bieten vor allem der (männlichen) Begleitung der Kunden die Möglichkeit für eine Verschnaufpause.

Zudem können Sie auf diese Weise geschickt die sonst etwas leere Raummitte füllen und für eine Abtrennung zwischen verschiedenen Bereichen im Laden sorgen.

Tipp 3: Nicht mehr genutzte Gegenstände

Der Klassiker unter den eigentlich nicht mehr zeitgemäßen Einrichtungsgegenständen dürfte der Schallplattenspieler sein.

Auch andere Einrichtungsgegenstände wie etwa Spieleautomaten, die sich in den 90er Jahren großer Beliebtheit erfreuten, können für einen coolen Vintage-Look sorgen. 

Tipp 4: In einem Jahrzehnt bleiben

Tapete aus den 70ern, Spielautomat aus den 90ern und ein Bild von 50er Jahre Star Marilyn Monroe – bei Vintage und Retro sollten Sie nach Möglichkeit in einem Jahrzehnt oder zumindest einer Epoche bleiben.

Sonst wirkt die Ladeneinrichtung schnell unruhig und vor allem Kenner werden feststellen, dass die Möbel zeitlich nicht zueinander passen.

Preis-Leistungs-Held!

Tipp 5: Bilder & Poster

Für kleinere Akzente können Sie ideal mit Bildern und Postern sorgen. 

Besonders beliebt sind beispielsweise alte Speisekarten eingerahmt an der Wand des eigenen Restaurants. 

Aber auch Bilder von Stilikonen wie Marilyn Monroe können Erinnerungen an eine vergessene Zeit wecken und für Highlights im Laden sorgen.

Retro und Vintage im Ladenbau - ShopDirect

Fazit

Vintage und Retro auf Dauer beliebt im Ladenbau

Bei Vintage und Retro handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Trend, der morgen schon wieder vorbei ist.

Immer wieder werden einzelne Jahrzehnte vor allem von Modeschöpfern in den Fokus gerückt und mit neuen, moderneren Strömungen kombiniert.

Als Ladenbesitzer können Sie daher je nach Zielgruppe durchaus auf Vintage oder Retro im Ladenbau setzen, um für optische Highlights zu sorgen.

Äußerst beliebt sind dabei Bilder und Tapeten, weil die Investitionssumme hierfür relativ gering ausfällt, der Effekt aber recht groß ist.

Aber auch mit ganzen Sitzecken oder alten Gegenständen wie Schallplattenspieler sorgen Sie für ein einzigartiges Flair in Ihrem Laden.

ShopDirect Marcel Johne - Digital Signage

LADENBAU-PROFI MARCEL JOHNE

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